Digitale Tools in der Erwachsenenbildung

Kollaboratives Arbeiten auf einer digitalen Pinnwand, mit dem Handy schnell noch ein Dokument einscannen und interaktive Elemente wie Quizfragen und Feedbackmöglichkeiten in Vorträge einbauen – digitale Helfer, auch Tools genannt, machen es möglich. Welche dieser Tools sich gewinnbringend in den Arbeits-, Lern- und Lehralltag integrieren lassen und welche Stärken und Schwächen sie mit sich bringen, war Thema des Workshops „Digitale Tools in der Erwachsenenbildung“ im Mai 2017.

Die Digitalisierung schreitet mit zunehmender Geschwindigkeit voran – und das nicht nur im Privatleben: Auch in professionellen Kontexten steigt der Druck, die Sprache des Internets, der Smartphones und Computer so gut wie möglich zu beherrschen. Und wo im binären Dickicht kein Durchkommen mehr ist, kann es ratsam sein, sich mit gut ausgerüsteten, nicht überladenen Helfern zusammenzutun, um der Menge an Informationen und Daten, die Lehrende heutzutage bewältigen, umwandeln und weiterleiten müssen, Herr zu werden.

Mit einer bunten Mischung an (Ausgangs-)Standpunkten im Digitalen Koordinatensystem startete der Workshop mit einem Inputvortrag zur Evolution des Internets, den Phasen des Online Lernens nach Gilly Salmon und methodisch-didaktischen Konzepten für Lernen im digitalen Raum, um im Anschluss in eine praxisnahe Erarbeitungsphase überzugehen.

Für den passenden Einsatz digitaler Tools müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden. Das Handling des Tools für den Anwendenden ist natürlich von entscheidender Bedeutung, doch auch der Anwendungskontext, die technischen Gegebenheiten und die Zielgruppe sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden. Der Digital Index (eine jährliche Studie der Initiative D21 zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft in Deutschland) unterscheidet beispielsweise sechs digitale Nutzertypen: Vom „Abseitsstehenden Skeptiker“ über den „Vorsichtigen Pragmatiker“ bis hin zu den „Technik-Enthusiasten“. Abhängig vom Digitalisierungsgrad der jeweiligen Nutzergruppe ist es z.B. sinnvoll, mehr Zeit für die Einführung und Vorstellung eines Tools einzuplanen oder ebendiese kurz zu halten und an den hohen Wissensgrad der Lernenden anzupassen.

Auch sollten die ausgewählten Tools zu dem methodisch-didaktischen Design der Arbeitsphasen passen und die gewählte Arbeitsform (z.B. Kleingruppen- oder Partnerarbeit) unterstützen. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, online zu kollaborieren und außerhalb eines konkreten Lernkontextes produktiv zu arbeiten.

An einer Auswahl von Web- und Softwaretools wurden die Chancen und Grenzen der Umsetzung an konkreten Beispielen sichtbar gemacht. Zum Stöbern: hier ein paar Tools aus dem Workshop – vielleicht als Ergänzung für den eigenen virtuellen Werkzeugkasten:

Padlet – Eine digitale Pinnwand, die mit mehreren Nutzern online bearbeitet werden kann und zur Sammlung von Links, Bild- und Videomaterial und anderen Inhalten und Inspirationen dienen kann. https://de.padlet.com

Learning Apps – Schnell und einfach im Browser interaktive und multimediale Lernbausteine, wie – von Gruppenzuordnungen, Multiple Choice, Lückentexte oder Kreuzworträtseln, zur Unterstützung von Lern- und Lehrprozessen anlegen. https://learningapps.org

WordItOut – Ein Visualisierungstool zum Erstellen von Wortwolken als visuelle Unterstützung für Inhalte. https://worditout.com

Digitale Tools können einen Lern- und Lehrkontext erheblich produktiver, visueller und interaktiver gestalten, resümierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Workshops. Das Finden und die Einführung neuer Tools kann aber, auch aufgrund der Masse an verfügbaren, kostenlosen Angeboten im Internet, mit einigem Aufwand verbunden sein. Lehrende sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen und die nötige Zeit für Recherche und Prüfung investieren. Denn bei richtiger Implementierung und Anwendung stellen digitale Tools spannende und zukunftsgerichtete, didaktische Unterstützungsmöglichkeiten dar.

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