Fachtagung 2017 – Dokumentation

Digitalisierung in der Weiterbildung - Innovative Konzepte aus der Praxis!

In der Colonia Nova Berlin trafen am 22.11.2017 rund 70 Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Erwachsenenbildung und Weiterbildung zur Fachtagung der Reihe „weiter gelernt“ zusammen. In diesem Jahr zielte die Fachtagung darauf ab, die Digitalisierung stärker in den Bezug der Arbeitspraxis der Teilnehmenden zu stellen. Dabei gab es zwei Themenschwerpunkte: Innovative Lehr-Lernkonzepte und Innovative Ansätze in der Organisationsentwicklung.

Margrit Zauner, Leiterin der Abteilung II "Arbeit und Berufliche Bildung" der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, eröffnete die Veranstaltung. Danach wurden zu beiden Themenschwerpunkten jeweils zwei Kurzimpulse gegeben, die Erfahrungen aus der Praxis vorstellten.

Nachmittags durften die Teilnehmenden sich in drei bergWERKe aufteilen, um dort in Kleingruppen an spezifischen Fragestellungen zu arbeiten. Die Konzeption der bergWERKe war darauf ausgelegt, kollaborative Zusammenarbeit zu fördern und Innovationsprozesse zu ermöglichen. Gleichzeitig sollten die Teilnehmenden erste individuelle Handlungsschritte definieren und neue Ideen entwickeln. Richtungsweisend für die Umsetzung der bergWERKe waren dabei die Ansätze "Working Out Loud" sowie "Design Thinking". Für die Sammlung der Fragestellungen wurde zudem bereits vor der Tagung eine digitale Plattform angelegt, die allen Teilnehmenden zugänglich war.

Nach der Arbeitsphase vor Ort geht die weitere Diskussion und Ausarbeitung in einer Community of Practice auf der Plattform EPALE weiter. (Wenn Sie auch Teil dieser Community werden möchten, registrieren Sie sich bitte hier für EPALE und treten Sie der Gruppe "Digitalisierung in der Erwachsenenbildung" bei.)

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Referentinnen und Referenten sowie Teilnehmenden unserer Tagung für eine sehr gelungene Veranstaltung bedanken!

Hier finden Sie Profile der Referentinnen und Referenten, Informationen zu deren Projekten und die Präsentationen der Tagung.

Thema 1: Innovative Lehr-Lernkonzepte

Einrichtungen der Erwachsenenbildung stehen im Zuge der Digitalisierung vor der Herausforderung, sowohl ihre internen als auch externen Lernprozesse den Anforderungen des digitalen Raumes entsprechend zu gestalten. Die folgenden Impulsvorträge beschäftigten sich mit dieser Thematik.

Input 1: Andrea Mohoric + Claudia Ruhland

Andrea Mohoric

Projektkoordinatorin – fbb Forschungsinstitut Betriebliche Bildung

Wo sehen Sie Chancen der Digitalisierung für die Weiterbildung?

Teilqualifikationen sind die Lösung, damit un- und angelernte Mitarbeiter/-innen in Zukunft bei weitreichenderen Aufgaben eingesetzt werden und sie diese Arbeiten selbstständig und eigenverantwortlich umsetzen können. Digitales Lernen ermöglicht dabei die Teilqualifizierung im Betrieb umzusetzen.

Für die Zielgruppe der Geringqualifizierten ist entscheidend, dass digitale Lernaufgaben handlungsorientiert sind, dass sie aktivierend, motivierend sind und praktisches Tun beinhalten. Vielfältige digitale Lernwerkzeuge ermöglichen Spaß und Kreativität beim Lernen. Für das Ausbildungspersonal ist der Umgang mit digitalen Medien und die eigene Rolle als Lernbegleitung wichtig.

Kontakt Andrea Mohoric: , Xing

Claudia Ruhland

Wissenschaftliche Mitarbeiterin – fbb Forschungsinstitut Betriebliche Bildung

Wo sehen Sie Chancen der Digitalisierung für die Weiterbildung?

Ich sehe den Vorteil digitaler Medien in ihrem kreativem Potenzial für Lernende. Von der staubigen Tradition des Schulbuches befreit, können sie die Welt aus eigener Sicht mit digitalen Medien darstellen, analysieren und reflektieren. In einem Lernsetting, das dieses kreative Potenzial zulässt, werden einst Bildungsferne selbst zu Akteuren in ihrer Lern- und Lebenswelt. Beim selbstgesteuerten Lernen kann ich die Lernform auswählen, welche am besten zu meinen Lernzielen passt. Durch die digitalen Möglichkeiten kann ich meine Lernprozesse stärker an meine persönlichen und beruflichen Bedarfe anpassen und steuern.

Kontakt Claudia Ruhland: LinkedIn, Twitter

Best Practice: „Mit digitalen Medien zum Aufstieg durch Abschluss (MeWA)“

„Mit digitalen Medien zum Aufstieg durch Abschluss (MeWA)“ ist ein innovatives Blended-Learning-Konzept, um geringqualifizierte Beschäftigte (Ü25) mit einer online-gestützten Teilqualifizierung zum schrittweisen Erwerb eines Berufsabschlusses zu motivieren. Die Zielgruppe ist häufig aufgrund negativer Lernerfahrungen und Abneigungen gegenüber verschulter Weiterbildungspraxis gehemmt und präferiert informelle Lernsettings, also arbeitsplatznahes Lernen durch Beobachten, Ausprobieren und Anlernen. Um Hemmnisse zu überwinden, werden durch digitale Medien neue Anreize und Zugänge zum Lernen geschaffen.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Die Präsentation des Vortrags steht hier zum Download bereit:

Input 2: Johannes Simon

Johannes Simon

Pädagogischer Mitarbeiter – IBB Institut für Berufliche Bildung AG

Johannes Simon ist pädagogischer Mitarbeiter beim IBB. Er ist verantwortlich für Schulungen/Trainings, Lehrcoachings, Hospitationen und Feedbackgespräche. Außerdem verfügt er über praxisorientierte Contentanalyse und -produktion sowie in der Konzeption von Blended Learning-Angeboten im Bereich des e-Learnings.

Wo sehen Sie Chancen der Digitalisierung für die Weiterbildung?

Die Digitalisierung der Weiterbildung ermöglicht individualisiertes Lernen für die Lerner. Sie bietet eine Fülle an „digitalem (asynchronen) Basiswissen", auf dem in Vorort-Veranstaltungen oder im virtuellen Klassenzimmer spezifisches bzw. adressatengerechtes Handlungswissen aufgebaut werden kann (Schlagwort: Blended Learning-Modelle). In den Alltag eingebettete Lernsysteme ermöglichen zudem problembasiertes On-Demand-Lernen. Der Qualitätsschlüssel liegt dabei allerdings immer in einer gut durchdachten Didaktik!

Kontakt Johannes Simon: Xing

Kontakt IBB Institut für Berufliche Bildung AG: Xing, YouTube, Facebook, Twitter

Best Practice: Virtuelle Online Akademie VIONA®

Mit VIONA® hat das IBB eine individuelle und multimediale Lernwelt geschaffen, in der durch eine virtuelle und interaktive Didaktik und Methodik die Wissensvermittlung in Live-Unterricht und mit unterstützenden Materialien mit einer Wissensvertiefung durch die Lernenden verwoben wird. Die Besonderheit besteht darin, dass Teilnehmer und Dozenten ortsunabhängig am Computer lernen können. Die Wissensvermittlung findet dabei in virtuellem Live-Unterricht statt. Die virtuellen Räume und das darin stattfindende Lehren und Lernen wurden von Pädagogen und Psychologen konzipiert und didaktisch durchdacht.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Die Präsentation des Vortrags von Johannes Simon steht hier zum Download bereit:

Thema 2: Innovative Ansätze in der Organisationsentwicklung

Die Veränderungen der Digitalisierung erfordern Anpassungen auf der organisationalen Ebene eines Unternehmens. Auch zu diesem Themenbereich gab es zwei Impulsvorträge.

Input 3: Joachim Sucker

Joachim Sucker

Selbständiger Innovationsbegleiter und Zukunftssammler

Joachim Sucker ist seit 30 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig – Initiator großer Online-Kurse (vhsMOOC, ichMOOC, Leuchtfeuer 4.0), offener Angebote wie die Blogwerkstatt und diverser Online-Fachgruppen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung der Erwachsenenbildung. Er konzipiert Workshops und Teamentwicklungsprozesse im digitalen Klimawandel, ist Keynote-Speaker, Blogger und seit 2 Jahren selbstständiger Innovationsbegleiter und Zukunftssammler.

Wo sehen Sie Chancen der Digitalisierung für die Weiterbildung?

In der Zusammenführung von neuen Lernräumen in der Präsenz. Digitale Bürgerzentren vereinen unterschiedliche Netzwerke und ermöglichen so regionale Bildung über abgeschottete Lerngruppen hinaus. Die Koppelung mit Online-Angeboten ermöglicht, unsinnige kommunale Grenzen aufzulösen und dem Lernenden die gesamte Palette von Erwachsenenbildung anzubieten. Das beinhaltet alle Möglichkeiten der digitalen Unterstützung.

Kontakt Joachim Sucker: XingTwitter, FacebookGoogle+

Impulsvortrag: Brauchen Bildungseinrichtungen eine/n Digitalverantwortliche/n?

Input 4: Elena Herzen

Elena Herzen

Bereichsleiterin für Kooperationen – IBB Institut für Berufliche Bildung AG

Als Bereichsleitung für Kooperationen leitet Elena Herzen am IBB von Hamburg aus vielfältige Kooperationsvorhaben rund um die Virtuelle Online Akademie VIONA®. Dabei betreut sie mit ihrem Team von 30 Personen das Angebot von über 400 Schulungslösungen an 150 Partnerstandorten in ganz Deutschland. Darüber hinaus entwickelt sie als Projektmanagerin ein akademisches Angebot am IBB durch die Einführung des deutschlandweit ersten virtuellen Online-Präsenzstudiengangs in Informatik sowie das Dienstleistungsangebot VICTOR® für die Realisierung eigener virtueller Bildungsszenarien von Partnern.

Wo sehen Sie Chancen der Digitalisierung für die Weiterbildung?

Als größte Chancen für die Digitalisierung in der Weiterbildung sehe ich die Möglichkeit, Bildungsangebote häufiger und mit größeren Teilnehmerzahlen anzubieten. Insbesondere kleinere Bildungsträger sichern durch digitale Angebote ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Weiterbildung bereitet durch Digitalisierung auch die Weiterbildenden auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts 4.0 vor und vermittelt digitale Kompetenzen.

Kontakt IBB Institut für Berufliche Bildung AG: Facebook, Twitter, Xing, YouTube

Best Practice: Virtuelle Online Akademie VIONA®

Mit VIONA® hat das IBB eine individuelle und multimediale Lernwelt geschaffen, in der durch eine virtuelle und interaktive Didaktik und Methodik die Wissensvermittlung in Live-Unterricht und mit unterstützenden Materialien mit einer Wissensvertiefung durch die Lernenden verwoben wird. Die Besonderheit besteht darin, dass Teilnehmer und Dozenten ortsunabhängig am Computer lernen können. Die Wissensvermittlung findet dabei in virtuellem Live-Unterricht statt. Die virtuellen Räume und das darin stattfindende Lehren und Lernen wurden von Pädagogen und Psychologen konzipiert und didaktisch durchdacht.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Die Präsentation des Vortrags von Elena Herzen steht hier zum Download bereit:

bergWERK: Arbeitsphase in Gruppen

In den bergWERKen arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen und waren dazu aufgefordert, einen konkreten Bezug der Digitalisierung zu ihrer eigenen Arbeitspraxis herzustellen. Die drei bergWERKe gliederten sich in die Bereiche: Methodik/Didaktik, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung. 

bergWERK: Methodik/Didaktik

In dem bergWERK zum Thema Methodik/Didaktik, arbeiteten die Teilnehmenden an den folgenden Baustellen:

Fragensammlung zum Thema Methodik/Didaktik
bergWERK: Personalentwicklung

In dem bergWERK zum Thema Personalentwicklung, arbeiteten die Teilnehmenden an den folgenden Baustellen:

Fragensammlung zum Thema Personalentwicklung
bergWERK: Organisationsentwicklung

In dem bergWERK zum Thema Organisationsentwicklung, arbeiteten die Teilnehmenden an den folgenden Baustellen:

Fragensammlung zum Thema Organisationsentwicklung

Output: Bewegte Impulse zum Lernen im Erleben

Beim Output beschäftigte uns die Frage: Was hat Lernen mit Bewegung zu tun? Anhand praktischer Umsetzungen und aktivierender Methoden durften die Teilnehmenden dann am eigenen Körper erfahren, warum die Kombination aus Bewegung und Denken erfolgreich sein kann. 

Nicola Cordes + Andreas Stark

Andreas Stark

Geschäftsführer – EOS Erlebnispädagogik Berlin

&

Nicola Cordes

Unternehmenskommunikation – EOS Erlebnispädagogik Berlin

Wo sehen Sie die Chancen der Erlebnispädagogik für die Weiterbildung?

Erlebnispädagogik in der Weiterbildung fördert das Abenteuer der eigenen Ressourcen außerhalb der Komfortzone. Im gemeinsamen Erleben werden Kommunikation, Vertrauen und Teamgeist jenseits der Bildschirme auf spielerische Weise aufgebaut und gestärkt – Lernen in Bewegung.

Kontakt EOS Erlebnispädagogik Berlin: Facebook

Wenn Sie sehen möchten, was auf den Social-Media-Kanälen über die Veranstaltung berichtet wurde, suchen Sie bitte folgende Hashtags:

#weitergelernt #bergWERK

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Die Einladung zur Fachtagung steht hier zum Download bereit.