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Rückblick auf die Fachtagung am 20.11.2019

Am 20. November 2019 fand in der Neuen Mälzerei die weiter gelernt Fachtagung zum Thema #Lernmut – Brücken in den digitalen Raum statt. Ziel war es, sich gemeinsam mit Weiterbildungseinrichtungen auf den Weg in den digitalen Raum zu machen, Hemmnisse und Ängste abzubauen und sich dem Thema „Digitalisierung“ auf organisationaler sowie struktureller Ebene zu nähern. In dieser Dokumentation finden Sie die Präsentationen der Inputs und Sessions, sowie einige Eindrücke von Twitter.

Die Workshopbeschreibungen und die Agenda mit Fragen zum Lerntransfer finden Sie als interaktive PDF hier.


Podiumsdiskussion

Zunächst wurden die Teilnehmenden über Mentimeter befragt, was sie mit dem Titel der Tagung „Brücken in den digitalen Raum“ assoziieren. Daraus entstand folgende Wortwolke:

Die Referent*innen auf dem Podium stellten verschiedenste Brücken in den digitalen Raum vor:

Margrit Zauner, Leiterin der Abteilung Arbeit und Berufliche Bildung bei der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales erklärte, dass die Verwaltung den Rahmen setzt und Digitalisierungsprozesse unter anderem mit Projekten, wie der digital skills map unterstützt. Sie betonte, dass mit der Digitalisierung kurze differenzierte Lernprozesse möglich sind, aber auch Zeit zum Lernen benötigt wird. Zusätzlich braucht es Qualitätsstandards für das Lernen im digitalen Raum.

Thomas Kranzkowski stellte das Geschäftsmodell von der Stackfuel GmbH vor und erläuterte, warum die dort angebotenen Online-Trainings so erfolgreich sind. Ihr Angebot richtet sich an Mitarbeiter*innen in Unternehmen, die zeitlich flexibel an den Kursen teilnehmen können. Die Kurse bestehen aus zwei Einheiten pro Woche über 2-3 Monate und setzen sich aus verschiedenen Formaten und Methoden zusammen. Stackfuels Stärken liegen in ihrer Kundenorientierung und ihrem Gespür für die aktuellen Trend-Themen, wie „Big Data“.

Nele Hirsch berät mit ihrer Initiative eBildungslabor verschiedenste Einrichtungen zu zeitgemäßer Bildung. Ihr Bildungsgrundsatz ist Offenheit. Das beinhaltet auch, die Möglichkeit zur Kollaboration und die Möglichkeit der Ermächtigung der Menschen zur Gestaltung. Offenheit bedeutet neben der entsprechenden Haltung, Struktur und Rahmenbedingungen zu schaffen und vor allem die Möglichkeit Fehler zu machen.

Denise Gramß setzt im Projekt Me:Qino bei Menschen an, die bisher kaum oder gar keinen Zugang zu digitalen Medien haben und diesbezüglich häufig Lernängste mitbringen. Mit einem Gamification-Ansatz in Form eines Escape-Rooms, begeistert sie diese Menschen erst einmal, gibt ihnen Zeit den digitalen Raum gemeinsam zu erkunden, um dann alltagsnahe Lernnuggets einzusetzen. Der letzte Schritt hat zum Ziel, dass sie sich als Expert*innen aus ihrem Fach aktiv an der Gestaltung mit digitalen Medien beteiligen.


Session-Phase 1: vier parallele Workshops

WS 1 – Wissen: Kompetenzentwicklung – Kompetenzen für die digitale Transformation

Anne Röhrig (k.o.s GmbH) stellte ein Modell vor, das beschreibt, welche Kompetenzen für das Arbeiten unter den Bedingungen der digitalen Transformation für alle Berufe zukünftig bedeutsam sein werden. Fünf Kompetenzbereiche sind zentral, und diese umfassen sowohl Wissen und Fertigkeiten als auch Sozial- und Selbstkompetenzen. Die Teilnehmenden des Workshops haben für dieses Modell dann zugeordnet, welches Wissen, welche Fertigkeiten und welche personalen Kompetenzen für das „Arbeiten 4.0“ zentral sind. Anschließend wurden die Bereiche „bepunktet“, in denen in der eigenen Organisation / dem eigenen Arbeitsbereich noch „Kompetenzlücken“ identifiziert werden können.

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WS 2 – Verstehen: Lernmanagementsysteme – Lernprozesse im digitalen Raum gestalten

Gudrun Pannier stellte das Lernmanagementsystem Moodle vor, welche Lernformate sich hierfür besonders eignen und was mit dem System alles möglich ist. Zur didaktischen Ausgestaltung in Form eines Blended-Learning, führte sie das Projekt Flip Your Class als Beispiel auf. Wichtig ist zu verstehen, dass es erst einmal Zeit kostet, Dokumente zu digitalisieren und zu pflegen, sich Gedanken zur Rechtevergabe und zur Verschlüsselung aller Dokumente zu machen und diese entsprechend für den digitalen Raum aufzubereiten. Es gibt viele Tools, die sich gut integrieren lassen, wie Hot Potatoes mit dem man ein Quiz oder Lückentext erstellen kann, oder Cryptpad, welches verschlüsselte Pads, Whiteboards und Umfragen zur Verfügung stellt.

WS 3 – Anwenden: Offene, webbasierte Tools für zeitgemäße Bildung

Im Workshop von Nele Hirsch konnten die Teilnehmenden vier offene und ohne Registrierung nutzbare Tools ausprobieren und erfuhren zugleich, wie diese in Seminaren eingesetzt werden könnten. Parallel arbeiteten Sie an einem kollaborativen Mitschrieb, der als eine Art Wissenspool, wie bei einem kollaborativen Brainstorming fungieren soll. Blogeinträge von Nele Hirsch zu den verwendeten Tools finden sie hier:

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WS 4 – Entwickeln: Digitale Tools sinnvoll integrieren (Gilly Salmons 5 Stage Model)

Lisa Kammerer und Maximilian Welter (k.o.s GmbH) brachten den Interessierten das 5 Stage Model von Gilly Salmon näher. Anhand dieses Modells stuften die Teilnehmenden ihre selbst mitgebrachten Tools in die jeweilige Phase ein, benannten entsprechende Ziele dazu und erarbeiteten Lösungen, wie diese Ziele erreicht werden können.

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Einblicke in die Weiterbildung in Berlin

Christin Richter, Leiterin des Referats Berufliche Qualifizierung und Berufsbildungspolitik bei der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, gab einen kurzen Einblick in die Weiterbildung in Berlin, welche Herausforderungen auf uns zukommen und welche Gesetze und Förderungen es gibt.

„Wir brauchen lebenslange Lernbegleitung als verbindlichen Teil des lebenslangen Arbeitsprozesses. Die Lernzeit sollte dabei als Arbeitszeit berechnet werden. Sie ist integraler Bestandteil des Arbeitslebens.“


Konzept und Praxisbericht

Lisa Kammerer und Maximilian Welter stellten das Learning Lab, ein Social Blended Learning, vor, welches dieses Jahr zum ersten Mal im Rahmen des Projekts weiter gelernt durchgeführt wurde. Zwei Teilnehmende, Friederike Krönner von der meco Akademie und Tim Graulich vom bildungsmarkt vulkan und waldenser GmbH, berichteten zu Ihren Erfahrungen aus dem Learning Lab und präsentierten das daraus entstandene Bildungsprojekt.

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Session-Phase 2: vier parallele Workshops

WS 5 – Wissen: Digitale Strategie – Wie Bildungseinrichtungen den digitalen Wandel gestalten können 

Lisa Kammerer und Frank Schröder präsentierten im Workshop die Digitale Strategie für Bildungsorganisationen. Neben den Grundlagen zum digitalen Wandel und den Anforderungen einer VUCA-Welt, wurden die sieben Handlungsfelder und deren Verortung in der DIN EN ISO 9001:2015 vorgestellt. Anhand des Handlungsfeldes „Lernangebote“ wurde exemplarisch die Arbeit mit dem Strategiekompass erläutert.

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Zur Handreichung „Smartboards sind keine digitale Strategie“

 

WS 6 – Verstehen: Open Educational Resources in der Erwachsenenbildung

Lena Florian und Peter Mahns von der Universität Potsdam gaben den Teilnehmenden eine Einführung in das Thema OER. Wie OER-Materialien genutzt werden können und auf was zu achten ist, wenn man selbst Materialien produzieren möchte, lernten die Teilnehmenden in Übungen dazu.

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WS 7 – Anwenden: Videowerkstatt – Lernvideos mit digitalen Tools einfach selbst gestalten

Denise Gramß und Patricia Pillath vom Projekt Me:Qino gingen mit den Teilnehmenden des Workshops mithilfe eines Handouts verschiedene Schritte zur Erstellung eines Lehrvideos durch. Sie stellten geeignete Tools vor, mit denen die Teilnehmenden bereits erste eigene Videosequenzen erstellen konnten. Ein Einführungsvideo zur Erstellung von Lernvideos finden sie hier.

 

WS 8 – Entwickeln: Webinare

Im Workshop von Maximilian Welter und Kathrin Kochseder konnten die Teilnehmenden anhand typischer Probleme in den verschiedenen Webinar-Phasen gemeinsam Lösungen und Ideen erarbeiten. Die Teilnehmenden testeten daraufhin die Webinarsoftware Zoom lernten einige Tools und Funktionen kennen. Weitere Informationen zur Konzeption von Webinaren, zur Steigerung der Interaktion und ein Vergleich zweier Webinarsoftware finden sie in unserem weiter gelernt Heft 12 „Webinare“.

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Live-Painting im virtuellen Raum

Piers Goffart von Lavamachine erstellte per VR-Technik live und für alle sichtbar ein Gemälde im virtuellen Raum und rundete somit die Veranstaltung ab. Das mit Tilt Brush erstellte Bild finden Sie hier sowie weitere Gemälde von Lavamachine


Eindrücke von der Fachtagung

Weitere Stimmen zur Fachtagung


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